Kokosöl – das Multitalent für Ernährung, Gesundheit, Haut- und Haarpflege

In tropischen Ländern zählt sie seit jeher zu den Grundnahrungsmitteln, die Kokosnuss. Viele Menschen verbinden mit ihr „Sommer, Sonne und Strand“. Doch in der leckeren Frucht steckt viel mehr als angenommen. Neben wichtigen Nährstoffen bietet die Palmenfrucht dem menschlichen Körper auch zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Weil sie regelmäßig aus den Tropenländern importiert wird, kann sie auch in Deutschland das ganze Jahr über im Supermarkt gekauft werden.

Die Kokosnuss: Frucht oder Nuss?

Zwar trägt die Kokosnuss den Zusatz „nuss“, genau genommen handelt es sich aber um eine Steinfrucht. Die Frucht weist eine ovale Form auf und ist im ursprünglichen Zustand von einer wasserundurchlässigen und harten Schale umgeben. Der Endkunde sieht diese jedoch nicht mehr, wenn er die Frucht kauft, da sie unmittelbar nach der Ernte entfernt wird. Auch die nachfolgende aus Pflanzenfasern bestehende Schale wird bereits im Ernteland abgetrennte, damit die Früchte beim Transport platzsparend verstaut werden können. Lediglich die letzte, etwa 5 cm dicke, harte Schale stellt jeden Käufer vor die Frage, wie diese zu knacken sei. Im Inneren Frucht ist schließlich das weiße, köstliche Fruchtfleisch zu finden, das nur noch von einer bräunlichen dünnen Haut umhüllt ist. Im Hohlraum der Nuss befindet sich schließlich das Kokoswasser. Dieses schwindet mit zunehmender Reife der Frucht und gewinnt an Süße. Ist kein Wasser mehr in der Kokosnuss enthalten, ist die Frucht verdorben.

kokosölDas aus der Kokosnuss stammende Kokosöl kann auf zwei Wegen gewonnen werden. Bei der ersten Methode wird das Fruchtfleisch gepresst. Aus der daraus gewonnenen Kokosmilch kann dann mit Hilfe diverser Verfahren Kokosöl extrahiert werden. Bei einer anderen Methode wird das gewonnene Fruchtfleisch der Kokosnuss im Ofen unter Dampf oder direkt an der Sonne getrocknet und im nächsten Schritt kalt gepresst. Das auf beiden Wegen gewonnene Öl ist als natives Kokosöl bekannt. Neben dem kalt gepressten Öl gibt es auch das raffinierte Kokosöl. Hierfür wird ebenfalls das getrocknete Fruchtfleisch der Tropennuss verwendet. Um das Fett zu gewinnen, muss das Fleisch zuerst raffiniert, dann gebleicht sowie deodoriert werden. Zwar enthält dieses Öl noch immer die wertvollen Fettsäuren, doch der Nährstoffgehalt sinkt im Vergleich zum nativen Kokosöl und das wichtige Vitamin E ist durch das starke Erhitzen nicht mehr enthalten.

Die Wirkung von Kokosöl

Kokosnussöl besteht zu mehr als 50 Prozent aus mittelkettigen Fettsäuren, was es zu einem wertvollen Produkt für den menschlichen Körper macht. So sind die Triglyceride Caprinsäure sowie Laurinsäure für ihre antivirale Wirkung bekannt. Auch von Bakterien hervorgerufene Erkrankungen sowie Pilzinfektionen lassen sich mit Kokosöl behandeln. Aufgrund seiner hohen Wasserlöslichkeit kann das leicht verdauliche Öl auch beim Abnehmen helfen. Es versorgt den Körper schnell mit Energie und wird nicht, wie oft falsch angenommen, als Fettdepot angelegt. Die Fettsäuren wirken sich ferner auf die Funktionen im Gehirn aus, so dass Erkrankungen wie Demenz oder Alzheimer durch einen regelmäßigen Verzehr vermindert werden können.

Auch der Haut kann der Anwender mit Kokosöl etwas Gutes tun. Es spendet Feuchtigkeit und wirkt entzündungshemmend, was vor allem für empfindliche Haut wichtig ist. Die Haut trocknet nicht aus, was wiederum Falten vorbeugen kann. Ferner schützt das Öl die Haut vor starker Sonneneinstrahlung und kann die Entstehung von Sonnenbrand mindern und gleichermaßen den Schutz vor Hautkrebs erhöhen. Als Gesichtspflege wirkt es effektiv gegen Akne-Bakterien und nimmt Pilzen, die sich den Schleimhäuten gebildet haben, außerdem den Nährboden. Eine Haarspülung aus Kokosnussöl lässt das Haar wunderbar glänzend und weich werden. Regelmäßige Anwendungen wirken zudem Schuppenbildung vor. Die Triglyceride im Öl dringen aufgrund ihrer molekularen Struktur sehr schnell in die Kopfhaut ein und helfen, die Nährstoffzufuhr des Haares zu verbessern. Infektiöse Erreger und Pilze haben dank der im Kokosöl enthaltenen Laurinsäure keine Chance, die Haarwurzeln zu zerstören. Somit wird einem daraus resultierenden Haarausfall entgegengewirkt.

Kokosöl selber machen – Ideen und Tipps

Wer Kokosöl selbst herstellen möchte, sollte sich zunächst mit den zwei Herstellungsvarianten vertraut machen. Denn Kokosöl ist nicht gleich Kokosöl! Im Allgemeinen unterschieden wird zwischen nativem und raffiniertem Kokosnussöl.

  1. Natives Kokosöl: Hierbei handelt es sich um ein nicht chemisch behandeltes, kalt gepresstes Öl. Es wird aus dem frischen Fruchtfleisch der Kokosnuss gepresst und mit Zentrifugen von der Kokosmilch Dabei werden keinerlei Chemikalien eingesetzt. Es entsteht keine große Hitzeeinwirkung. Es handelt sich mithin um ein naturbelassenes Öl.
  1. Raffiniertes Kokosöl: Für die Herstellung von raffiniertem Kokosnussöl wird das Kokosfleisch ebenfalls gepresst und das gewonnene Öl anschließend chemisch raffiniert, gebleicht sowie deodoriert. Zwar enthält dieses Öl noch zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe. Doch vor allem das empfindliche Vitamin E geht durch die Trocknung im Hochofen und die chemische Behandlung verloren.

Kaltgepresstes Kokosöl selbst herstellen: So geht‘s!

Wer seiner Gesundheit etwas Gutes tun möchte, sollte bei Kokosöl nicht am falschen Ende sparen. Öle mit den Bezeichnungen „kaltgepresstes Kokosöl“, „natives Kokosnussöl“, „Kokosöl vierge“ und „Kokosnussöl virgin“ sind im Allgemeinen „raffiniertem Kokosöl“ vorzuziehen, da sie schonend hergestellt wurden und alle wichtigen Nährstoffe noch enthalten. Wichtig ist zudem, dass das Öl bzw. die Kokosnuss aus biologischem Anbau stammt. In diesem Fall ist auf der Produktverpackung häufig der Vermerk „Bio-Kokosöl“ zu sehen.

Wer sich auf die Herstellerangaben nicht verlassen und bei den Inhaltsstoffen des Öls auf Nummer Sicher gehen möchte, kann Kokosöl auch einfach selbst herstellen.

Variante 1: Mit getrockneten Kokosraspeln

Hierzu wird eine Packung getrockneter Kokosflocken nach und nach in einen Entsafter gegeben. Dieser zieht mit Hilfe der Zentrifugalkraft die Creme und das Öl langsam aus den getrockneten Kokosraspeln. Nach dem ersten Durchlauf ist es ratsam, einen zweiten zu starten, damit auch wirklich das gesamte Öl aus den Raspeln gewonnen werden kann. Das Ergebnis, der „Kokossaft“ wird anschließend für zirka 24 Stunden an einen warmen Ort gestellt, an dem er ruhen kann. Nach der Ruhezeit hat sich die Creme am Boden abgesetzt und das Kokosöl schwimmt oben im Glas. Das Öl ist nun bereits gebrauchsfertig und muss nur noch abgeschöpft und umgefüllt werden.

Variante 2: Mit einer reifen Kokosnuss

Um Kokosöl selbst zu pressen, müssen zuvor einige Dinge vorbereitet werden. Neben einer reifen Kokosnuss werden folgende Gegenstände benötigt:

  • großes Glas
  • Küchenmesser
  • Löffel
  • Hammer
  • Mullwindel/ Geschirrhandtuch
  • Mixer

Im ersten Schritt wird die Kokosnuss mit dem Hammer geöffnet. Das Kokoswasser sollte dabei aufgefangen werden. Anschließend kann das Fruchtfleisch mit einem scharfen Küchenmesser von der Schale gelöst, in kleine Stückchen geschnitten und bereits in den Mixer gegeben werden. Die Maschine sollte bei mittlerer Geschwindigkeit so lange laufen, bis das Fruchtfleisch fein zerhackt wurde. Gegebenenfalls kann während des Mixprozesses etwas Kokoswasser hinzugegeben werden, damit sich das Fruchtfleisch besser mixen lässt.

Wenn das Kokosfleisch im Mixer bearbeitet wurde, kann die Mullwindel oder ein geeignetes Geschirrhandtuch über ein großes Glas gelegt werden. Auf die Öffnung werden mit Hilfe eines Löffels kleine Portionen des zerhackten Fruchtfleisches gegeben. Das Tuch wird nun zugedreht und solange ausgepresst, bis die gesamte Kokosmilch in das Glas gelaufen ist. Wie bei Variante 1 sollte das Glas im Anschluss für mindestens 24 Stunden ruhen, jedoch an einem kühlen Ort. An der Oberfläche sammelt sich dann die geronnene Kokosmilch, die ganz einfach abgeschöpft werden kann. Das Kokosöl befindet sich unten im Glas und kann sofort verwendet werden.

Die Anwendungsgebiete von Kokosöl

Kokosöl ist ein vielseitiges Produkt und kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Wird das Öl verzehrt, bringt dies zahlreiche Vorteile mit sich. Die mittelkettigen Fettsäuren des Kokosöls sind leicht verdaulich und regen den Stoffwechsel an.  Sie können beim Abnehmen helfen und dienen als schnelle Energiespender. Ferner kann das Öl den HDL-Cholesterinwert erhöhen. Es wird anregend auf die Gehirnfunktionen und kann dabei helfen, Herzinfarkt und Schlaganfall vorzubeugen. Da es sich stärkend auf das Immunsystem auswirkt und besonders leicht verdauliche Kalorien enthält, wird das wertvolle Öl heute sogar in die Ernährungspläne von Krebs-Patienten aufgenommen.

Kokosöl als Lebensmittel

Nicht jeder ist der Meinung, dass Öl (Fett) gesund ist und schon gar nicht beim Abnehmen helfen kann. Dass Kokosöl gesund ist, gilt jedoch als lange bewiesen. Es enthält neben einem großen Anteil an mittelkettigen Fettsäuren viele B-Vitamine sowie Vitamin E und Vitamin C. Weiterhin ist es reich an Mineralstoffen und Spurenelementen. Unter anderem enthält Kokosnussöl Kupfer, welches die Gehirnfunktion ankurbelt. Tatsächlich kommen in tropischen Ländern, in denen die Kokosnuss zu Hause ist, Alterskrankheiten wie Alzheimer oder Demenz nur selten vor. Dies konnte in verschiedenen Studien, zum Beispiel in der Studie von Dr. Mary Newport, nachgewiesen werden.

Kokosöl zählt zu den natürlichen Speiseölen, die einen sehr hohen Nährstoffgehalt aufweisen. Damit der Körper diese gut verwerten kann, empfiehlt es sich, das Öl zu verzehren. Aufgrund seines angenehmen Geschmacks lässt es sich ganz einfach in die tägliche Ernährung integrieren, indem es zum Beispiel Margarine, Butter oder andere pflanzliche Öle ersetzt. Ferner eignet sich das Öl hervorragend zum Kochen, Backen und Braten von Speisen.

Tipp: Menschen mit einem zu hohen Cholesterinspiegel müssen auf den Genuss von Kokosöl nicht verzichten. Ganz im Gegenteil! Das Kokosnussöl hebt lediglich den Wert des „guten“ HDL-Cholesterins.

Kokosöl zum Abnehmen

Kokosnussöl kurbelt den Stoffwechsel auf natürliche Weise an. Es kann sogar einen wichtigen Beitrag im Rahmen einer Diät leisten, sofern die hierfür empfohlene Tageshöchstmenge von 30 Gramm nicht überschritten wird. Auch sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass es sich möglichst um ein naturbelassenes und hochwertiges Kokosöl handelt. Bei raffiniertem Kokosnussöl sind viele wichtige Nährstoffe aufgrund der hohen Hitzebehandlung nicht mehr enthalten.

Doch wie kann Kokosöl eigentlich bei einer Abnehmkur helfen? Das Geheimnis liegt in den mittelkettigen Fettsäuren (Triglyceride), die zu über 50 Prozent im Öl enthalten sind. Anders als langkettige Fettsäuren werden die mittelkettigen Fettsäuren nicht vom menschlichen Körper im Fettdepot abgespeichert. Außerdem sind sie besonders leicht verdaulich und gehen direkt in den Blutkreislauf über. Dort dienen sie als schneller Energielieferant, wovon insbesondere die Lymphdrüsen und die Leber profitieren.

Was sind mittelkettige Fettsäuren?

Mittelkettige Fettsäuren bezeichnet man auch als „medium chain triglycerides“ (MCT) oder Triglyceride. Die Beschreibung „mittelkettig“ bezieht sich darauf, dass diese Fettsäuren anders als langkettige Fettsäuren mit 14 bis 24 Kohlenstoff-Atomen lediglich 8 bis 12 C-Atome aufweisen. Der Körper kann Triglyceride sehr gut verdauen. Ferner besitzen einige dieser Fettsäuren eine antimykotische, antivirale sowie antimikrobielle Wirkung und gehen somit effektiv gegen Pilze, Viren und Bakterien vor.

Folgende Fettsäuren sind in Kokosnussöl enthalten:

  • Laurinsäure, mittelkettig (44 – 52 %)
  • Caprinsäure, mittelkettig (6 – 10 %)
  • Caprylsäure, mittelkettig (5 – 9 %)
  • Myristinsäure, langkettig (13 – 19 %)
  • Palminsäure, langkettig (8 – 11 %)
  • Stearinsäure, langkettig (1 – 3 %)
  • Linolsäure, mehrfach ungesättigt (bis zu 1 %)
  • Ölsäure, einfach ungesättigt (5 – 8 %)

Beim Addieren der Prozentzahlen (Minimum) der mittelkettigen Fettsäuren ergibt sich eine Prozentzahl von mindestens 55 %.

Kokosöl enthält folgende Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente:

  • Vitamin B1, B2, B3, B4, B6
  • Vitamin C
  • Vitamin E
  • Natrium
  • Kalium
  • Phosphor
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Schwefel
  • Eisen
  • Zink
  • Jod
  • Selen
  • Mangan
  • Kupfer

Welches Kokosöl eignet sich am besten zum Abnehmen?

Wie bei vielen Produkten gibt es auch bei Kokosöl teilweise große Qualitätsunterschiede. Generell empfehlenswert ist Bio-Kokosnussöl, bei dem der Nutzer sicher sein kann, dass beim Anbau der Kokosnüsse keinerlei Pestizide verwendet wurden. Ferner sollte das Öl „nativ“ sein. Das heißt, dass es aus dem frischen Fleisch der Nuss gewonnen und schonend weiterverarbeitet wurde.

Das Kokosöl zum Abnehmen sollte

  • nativ, kaltgepresst bzw. „extra virgin“,
  • nicht raffiniert und
  • nicht gebleicht sein.

Kokosöl in der Hautpflege

Aber auch in der Haut- und Haarpflege kommt Kokosöl zum Einsatz. Das aus der Palmenfrucht gewonnene Öl pflegt die Haut samtig weich und wirkt feuchtigkeitsspendend. Laurinsäure, eine mittelkettige Fettsäure im Kokosöl, entfaltet eine antibakterielle Wirkung, wenn das Öl auf die Haut aufgetragen wird, und kann Pilze, Viren oder Bakterien vernichten. Deshalb wird natürliches Bio-Kokosnussöl häufig auch gegen unreine Haut und zur Behandlung von Pickel und Akne eingesetzt. Das hochwertige Öl kommt sogar im Anti-Aging-Bereich zum Einsatz und wird sowohl gegen Falten als auch gegen Schwangerschaftsstreifen und Cellulite verwendet. Im Allgemeinen hilft es Haut bei der Heilung, zum Beispiel bei Schnitt- oder Schürfwunden.

Tipp: Das Öl der Kokosnuss kann im Sommer auch als Sonnenschutzmittel eingesetzt werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass es immer nur zusätzlich genutzt werden darf, um die Sonnencreme oder Sonnenmilch mit enthaltenem UV-Filter unterstützen. Ferner ist Kokosöl als After-Sun-Lotion geeignet. Es schützt die Haut vor dem Austrocknet und wirkt entzündungshemmend.

Gesichtspflege mit Kokosöl

Kokosöl eignet sich wegen seiner pflegenden Eigenschaften für den ganzen Körper. Immer häufiger wird das hochwertige Öl auch als Gesichtspflege eingesetzt. Dabei kann es von jedem Hauttyp angewandt werden. Sogar Personen mit sehr trockener und empfindlicher Haut profitieren von den Pflegeeigenschaften des Öls. Um das Gesicht mit Kokosnussöl zu pflegen, kann dieses entweder pur aufgetragen oder mit anderen natürlichen Substanzen vermischt werden. Hierbei ist jedoch besonders wichtig, nicht zu einem sehr günstigen bzw. raffinierten Öl zu greifen. Auf für die Hautpflege eignet sich kalt gepresstes Kokosöl am besten, da es mehr Nährstoffe enthält und die empfindliche Gesichtshaut optimal pflegt.

Damit eine Gesichtsbehandlung mit Kokosöl langfristige Erfolge zeigt, sollte es regelmäßig zur Pflege verwendet werden. Beim Auftragen des Öls auf die Haut ist auf eine entsprechende Hygiene zu achten. Am besten wird etwas Öl auf ein Wattepad geträufelt und großflächig auf das Gesicht aufgebracht. Ferner ist das Aufbringen einer Feuchtigkeitsmaske mit Kokosöl einmal wöchentlich empfehlenswert. Bei Bedarf kann auch ein mit Kokosnussöl hergestelltes Hautpeeling angewandt werden. Hier genügt in der Regel eine zweiwöchige Anwendung, um die Gesichtshaut von überschüssigen Hautschuppen zu befreien. Wer das Öl nicht pur auf die Haut auftragen möchte, kann sein Gesicht auch mit einer Kokosnussöl-Gesichtscreme pflegen. Mit einer solchen Creme kann einer vorzeitigen Hautalterung vorgebeugt werden. Auch erste Fältchen lassen sich so effektiv bekämpfen.

Tipp: Beim Auftragen von Kokosöl auf die Haut ist zu beachten, dass dieses bei Raumtemperatur einen festen Zustand aufweist. Es besitzt eine weiße Farbe und ist anders als andere Öle zunächst also nicht flüssig. Da es bei etwa 23 Grad Celsius zu schmelzen beginnt, lässt es sich vor einer Anwendung aber problemlos in der Hand verflüssigen (da die menschliche Körpertemperatur zirka 37 Grad Celsius beträgt).

Rezeptvorschlag für eine Gesichtscreme mit Kokosöl

Für die Herstellung einer feuchtigkeitsspendenden Creme für das Gesicht mit wertvollem Kokosöl und duftendem Sandelholz werden folgende Zutaten benötigt:

Zutaten:          8 EL Kokosöl

4 TL Bienenwachs (Pellets)

8 Tropfen Sandelholz-Öl

Im ersten Schritt werden Bienenwachs und Kokosnussöl im heißen Wasserbad langsam erhitzt. Anschließend können beide Flüssigkeiten verrührt werden. Nach einer kurzen Abkühlzeit wird das Sandelholz-Öl über die flüssige Creme geträufelt und alles noch einmal gut vermischt. Die fertige Creme kann sodann in ein kleines Gas mit Schraubverschluss gefüllt und zum Erkalten sowie zur Aufbewahrung in den Kühlschrank gestellt werden. Die Gesichtscreme kann bei Bedarf jederzeit auf die zuvor gereinigte Gesichtshaut aufgetragen werden.

Kokosöl gegen unreine Haut

Das aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss gewonnene Kokosfett enthält viele gesättigte Fettsäuren, zu denen auch die Laurinsäure zählt. Diese spielt in der Behandlung von unreiner Haut, Pickeln und Akne heutzutage eine wichtige Rolle. Beim Auftragen des Öls auf die Haut entfaltet sie ihre abschwellende, entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung. Das Öl lässt sich mit Hilfe eines Wattepads oder Wattestäbchens ganz einfach auf die betroffenen Stellen auftragen.

Ferner ist Kokosöl auch in zahlreichen Pflegeprodukten enthalten, zum Beispiel in:

  • Seifen
  • Duschgels
  • Massageölen
  • Körper- und Gesichtscremes
  • After Sun Produkten

Häufig wird es aufgrund seiner vielseitigen Pflegeeigenschaften auch als Basis für selbst gemachte Kosmetik genutzt. Trotz seiner starken Wirkkraft gegen Akne und Pickel schadet das Kokosöl nicht der empfindlichen Gesichtshaut. Die Talgdrüsen werden nicht angegriffen. Insbesondere bei einer vorliegenden Akne, nach deren Abheilung stets unschöne Narben zurückbleiben, hilft das Öl der Haut auf natürliche Weise, sich wieder zu regenerieren. Es kann bei regelmäßiger Anwendung also auch die Narbenbildung verringern.

Rezeptvorschlag für Kokosöl gegen unreine Haut

Zutaten:          1 EL Kokosfett

2 TL Honig

1/2 TL Zitronensaft

Wer unter unreiner Haut leidet, kann einmal in der Woche eine Kokosöl-Gesichtsmaske anwenden, die große Poren zusammenzieht und die unreine Haut klärt. Dazu wird das Kokosfett zunächst im warmen Wasserbad geschmolzen. Anschließend werden der Honig und der Zitronensaft hinzugegeben und alles gründlich vermischt. Die Gesichtsmaske kann dann sofort auf das Gesicht aufgebracht werden. Mund und Augenpartie sollten dabei ausgespart werden. Die sogenannte T-Zone ist besonders wichtig. Nach etwa 10 Minuten kann die Maske mit lauwarmen Wasser wieder abgenommen werden.

Anti-Aging mit Kokosöl

Im Laufe seines Lebens durchläuft der Mensch einen ganz normalen Alterungsprozess. Während die einen dies als ganz normal ansehen, versuchen die anderen, die ersten Anzeichen des Älterwerdens so gut wie möglich zu verbergen. Sie greifen dafür nicht selten zu Kosmetik-Artikeln aus dem Fachhandel, um erschlaffte Haut wieder zu straffen oder erste Fältchen zu glätten. Doch auch die Natur selbst schenkt uns einige Hilfsmittel, damit wir unseren Körper lange jung, fit und gesund halten können. Dazu zählt auch das Kokosöl. Anders als Produkte mit chemischen Zusatzstoffen, die oft unerwünschte Nebenwirkungen aufweisen, können natürliche Produkte wie das Kokosnussöl ihre Wirkung nahezu ohne Nebenwirkungen entfalten. So spendet Kokosöl der menschlichen Haut zum Beispiel viel Feuchtigkeit, die vor allem alternde Haut dringend benötigt. Der Abbau von Kollagen wird verlangsamt. Außerdem enthält das Öl zahlreiche Antioxidantien, die für die Beschleunigung der Faltenbildung verantwortlichen freien Radikale hemmt.

Kokosnussöl ist ein sehr gutes Anti-Aging-Produkt für folgende Bereiche:

  • Gesicht: Kokosöl beugt durch eine regelmäßige Anwendung sowohl Falten als auch Altersflecken vor. Es spendet der Haut wichtige Feuchtigkeit.
  • Beine und Gesäß: Das feuchtigkeitsspendende Kokosnussöl trägt auf natürliche Weise zur Hautstraffung bei, Hautdellen (Orangenhaut/ Cellulite) werden deutlich gemindert.
  • Bauch: Jede Mutter kennt das Problem in der Schwangerschaft – Dehn- bzw. Schwangerschaftsstreifen! Durch das regelmäßige Einreiben mit Kokosöl schon während der Schwangerschaft können die unschönen Streifen gemildert oder sogar vermieden werden.

Damit das Kokosöl seine volle Wirkung entfalten kann, sollte beim Kauf auf eine hohe Qualität geachtet werden. Am besten eignet sich kalt gepresstes bzw. natives Kokosnussöl, das einen charakteristischen Duft aufweist. Von einer Anwendung mit raffiniertem Kokosfett ist abzuraten, da dieses wegen der Hitzebehandlung zahlreiche für die Haut wichtigen Nährstoffe nicht mehr enthält.

Rezeptvorschlag für Kokosöl gegen Falten

Um eine wohlduftende Anti-Falten-Creme mit Kokosnussöl zu erhalten, werden verschiedene Zutaten benötigt, die ganz nach Wunsch auch variiert oder durch andere wertvolle und duftende Substanzen ersetzt werden können.

Zutaten:          20 ml Kokosnussöl

30 ml Bienenwachs

5 ml Vitamin E

5 ml Wildrosenöl

5 Tropfen Rosenöl

5 Tropen Geranienöl

Im ersten Schritt werden Kokosöl und Bienenwachs im Wasserbad erwärmt und anschließend gut verrührt. Nach einer kurzen Abkühlphase können die übrigen Zutaten hinzugegeben und ebenfalls vermischt werden. Die fertige Creme wird dann in ein verschließbares Glas gefüllt und zum Abkühlen bzw. bis zur Anwendung in den Kühlschrank gestellt.

Kokosöl in der Haarpflege

In der Haarpflege hat sich Kokosöl ebenfalls bereits bewährt. Es hilft gegen juckende und trockene Kopfhaut, indem es den pH-Wert ausgleicht. Somit wird auch einer unangenehmen Schuppenbildung effektiv entgegengewirkt. Das Öl verleiht stumpfen Haaren wieder einen natürlichen Glanz und kann, regelmäßig einmassiert, durch die bessere Nährstoffversorgung der Haarwurzeln sogar Haarausfall vorbeugen. Das Kokosöl legt sich zudem wie ein leichter Film um sprödes und gestresstes Haar, so dass dieses wieder einen sanften Glanz erhält.

Von Letzterem sind in erster Linie Männer betroffen. Hier ist der Haarausfall zwar zumeist genetisch bedingt, er kann aber ebenso auf einen Pilzbefall zurückzuführen sein. In beiden Fällen lohnt es sich, in regelmäßigen Abständen Kokosöl einzumassieren. Denn die im Öl enthaltene Laurinsäure besitzt eine antimykotische Wirkung und tötet den Pilz schnell ab. Darüber hinaus nimmt die Kopfhaut das Öl und die darin enthaltenen Wirkstoffe und Vitamine schnell auf, was zu einem besserem Haarwachstum beitragen kann.

Anwendungen mit Kokosnussöl sind besonders empfehlenswert bei

  1. gestresstem Haar: Damit sprödes und splissiges Haar wieder einen schönen Glanz erhält, wird es nach dem Waschen mit einer Spülung aus Kokosöl behandelt. Dabei ist es ganz wichtig, das Öl nach einer kurzen Wirkdauer wieder gründlich auszuspülen, da die Haare ansonsten fettig wirken.
  2. schuppigem Haar: Um die meist juckende und trockene Kopfhaut zu beruhigen und sie wieder mit Feuchtigkeit zu versorgen, sollte sanft natives Kokosnussöl einmassiert werden. Damit dieses seine Wirkung voll entfalten kann, ist es ratsam, es einige Stunden – zum Beispiel über Nacht – einwirken zu lassen. Um Flecken auf dem Kopfkissen zu vermeiden, sollte möglichst ein geeignetes Handtuch für den Kopf verwendet werden. Am nächsten Morgen wird das Öl sodann gründlich ausgespült.

Rezeptvorschlag für eine Kokosnuss-Haarmaske

Zutaten:          150 ml Kokosnussöl

10 Tropfen Orangenöl

1 TL Honig

3 Tropfen Vitamin E

Alufolie

Handtuch

Das gehärtete Kokosöl wird zunächst im heißen Wasserbad geschmolzen. Anschließend wird das warme Öl mit dem Honig, dem Orangenöl und dem Vitamin E verrührt. Die Mengen der Zutaten können je nach Haarlänge noch angepasst werden. Für kurzes Haar wird in der Regel weniger benötigt. Die fertige Haarmaske lässt sich anschließend leicht im gewaschenen und handtuchtrockenen Haar einmassieren. Nun werden die Haare mit Alufolie und einem großen Handtuch umwickelt, damit sich die Wirkstoffe der Kokosöl-Mischung durch die entstehende Wärme besser entfalten können. Nach einer Einwirkzeit von etwa einer Stunde wird die Haarmaske mit einem milden Shampoo wieder ausgewaschen. Das Haar erhält einen natürlichen Glanz.

Kokosöl als Mittel gegen Zecken

Mit Zecken wird stets die Krankheit Borreliose in Verbindung gebracht. Die Erkrankung wird häufig erst spät oder gar nicht erkannt und kann sich durch verschiedene Symptome äußern. Nur durch eine gezielte Suche nach dem Erreger ist es überhaupt möglich, eine richtige Diagnose zu stellen. Diese ist jedoch notwendig, um einem Irrtum und damit verbundenen schweren Folgen vorzubeugen.

Um sich vor Zecken zu schützen, hilft im Allgemeinen das Tragen von langen Hosen und langärmeligen Shirts. Ebenso sollten feste Schuhe und Strümpfe getragen werden. Eine ergänzende Möglichkeit, Zecken fernzuhalten, ist das Einreiben. Neben zahlreichen chemischen Mitteln, die im Handel erhältlich sind, kann alternativ Bio-Kokosnussöl zum Einreiben genutzt werden. Die Wirksamkeit basiert hierbei auf der im Öl enthaltenen Laurinsäure, die Spinnentiere und Insekten nicht riechen können. Aus diesem Grund bleiben Stechmücken und Zecken den Flächen, die mit dem Öl eingerieben sind, fern.

Kokosnussöl als Zecken-Mittel für Hunde

Um Hunde vor Zeckenbissen zu schützen, können verschiedene Methoden angewandt werden. Im Handel sind zum einen Halsbänder erhältlich, die, wenn sie dem Tier umgehängt werden, gegen Flöhe und Zecken wirken sollen. Ferner gibt es Tropfen gegen die Insekten, die direkt über die Haut in den Blutkreislauf gelangen, wenn sie auf den Nacken des Hundes geträufelt werden. Die Produkte, die chemisch hergestellt werden, müssen in regelmäßigen Abständen zum Einsatz kommen, damit sie ihre Wirkung gegen das Ungeziefer nicht verlieren.

Beim Menschen wie beim Hund können jedoch bei der Verwendung von chemischen Produkten immer Nebenwirkungen auftreten. Um diese zu vermeiden, kann der Hund zum Beispiel nach jedem Spaziergang nach Zecken abgesucht werden. Mit Hilfe einer Zeckenzange lassen sich die kleinen Tiere entfernen. Allerdings stellt dies bei Hunden mit sehr üppigem Fell oft eine Herausforderung dar und allzu leicht werden die winzigen Insekten übersehen. Kokosöl stellt hier einen weiteren zuverlässigen Schutz dar. Der Hund sollte vor jedem Spaziergang damit an den Beinen, am Bauch, am Hals, am Kopf sowie auch an den Ohren eingerieben werden. Das Öl wird dafür einfach in den Fingern geschmolzen und mit sanften Bewegungen, die für den Hund in der Regel sehr angenehm sind, auf das Fell aufgetragen.

Kokosnussöl als Zecken-Mittel für Katzen

Ähnlich wie bei Hunden können sich auch bei Katzen Zecken festsetzen. Bekanntlich lieben Katzen ihre Freigänge. Ob im freiem Umfeld oder im eigenen Garten – Mücken und Zecken lauern überall. Auch für die Stubentiger sind bei Tierärzten und Fachgeschäften entsprechende chemische Mittel erhältlich, die einem Zeckenbiss vorbeugen. Doch bei einer übermäßigen Anwendung dieser Produkte kommt es nicht zu einer Resistenz der Insekten gegen die chemischen Mittel. Auch Nebenwirkungen wie Hautveränderungen oder Magen-Darm-Probleme stehen in engem Zusammenhang mit chemischen Zecken-Mitteln. Deshalb gilt auch für Katzen: Kokosöl stellt eine natürliche Alternative zu chemischen Produkten dar und bietet einen guten Schutz gegen Zecken, Flöhe und Stechmücken. Das Einreiben von Hals, Bauch, Kopf, Ohren und Beinen sollte kein Problem darstellen. Allerdings ist bei Katzen darauf zu achten, dass sie das Kokosfett anschließend nicht sofort wieder „weg putzen“, da sie den Ölfilm auf dem Fell im Allgemeinen nicht mögen.

Kokosnussöl als Zecken-Mittel für Menschen

Auch beim Menschen kann natürlich gewonnenes Kokosöl effektiv gegen Zeckenbisse eingesetzt werden. Durch ein flächendeckendes Einreiben von Armen, Beinen und dem Hals kann man sich vor den Blutsaugern schützen. In verschiedenen Versuchsreihen wurde die Wirksamkeit des Öls gegen Zecken, die auf der enthaltenen Laurinsäure basiert, festgestellt. Entweder ließen sich die Zecken, die auf den mit Kokosöl eingeriebenen Menschen landeten, schnell wieder fallen oder sie blieben gänzlich fern. Der Grund liegt in dem Geruch der Laurinsäure (mehr als 55 Prozent im Kokosnussöl enthalten), den Stechmücken und Zecken nicht mögen.